Donnerstag 31.07. 2008

Raum 1 – 9:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr


→ Geld und Gold - Schein und Wirklichkeit


Ansgar Knolle-Grothusen


Für Karl Marx war die zu seiner Zeit schon 150 Jahre alte Erkennt­nis der Ökonomen, dass Geld Ware ist, völlig klar und leicht ein­sehbar. Zu Beginn seiner Darstellung der Kernstruktur kapitalis­tischer Gesellschaften im „Kapital“ legt er daher einen anderen Schwerpunkt: „Die Schwierigkeit liegt nicht darin zu begreifen, daß Geld Ware, sondern wie, warum, wodurch Ware Geld ist.“ (Marx: Das Kapital, MEW 23, S. 107)

Das, was zu Marx Zeiten unmittelbar einsichtig war, daß Geld Ware ist, ist heute auf der Oberfläche der Ökonomie nicht mehr direkt wahrnehmbar. Bis zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Sys­tems Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts war der Zusam­menhang der Währungen mit der Geldware Gold noch erkennbar. Seitdem scheint dieser Bezug jedoch völlig aufgelöst, ja sogar in sein Gegenteil verkehrt. So heißt es in einer Selbstdarstellung des Internationalen Währungsfonds: „Nach der Abschaffung des Paritä­tensystems sind die Mitgliedsländer des IWF übereingekommen, jedem Mitglied die Wahl seiner eigenen Methode zur Festlegung des Wechselkurses seiner Währung zu überlassen. Die einzigen Bedin­gungen sind, daß das Land den Wert seiner Währung nicht mehr an Gold bindet und die anderen Mitglieder genau davon unterrich­tet, wie es den Wert bestimmt.“ (David D. Driscoll, Was ist der Internationale Währungsfonds?, Washington DC 1998, S. 14 bzw. unter http://www.imf.org)

Dass Geld Ware ist, ist aber eine grundlegende Voraussetzung für die Stimmigkeit der gesamten Marxschen Kapitalismusanalyse. Es stellen sich daher sofort die Fragen: Kann die Marxsche Analyse die Grundstruktur der heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse überhaupt noch adäquat wiedergeben? Oder kann man von der Marxschen Untersuchung noch etwas retten, indem man wie Michael Heinrich und andere versucht, ihr die Geldware zu amputieren? Oder gibt es doch noch eine Beziehung der heutigen Erscheinungsformen des Geldes zur Geldware Gold, die nur nicht mehr auf den ersten Blick sichtbar ist? Und wenn ja, wie sieht die aus?

Eine zufriedenstellende Vermittlung der Marxschen Untersuchung der kapitalistischen Ökonomie mit den heutigen Erscheinungsformen des Geldes steht seit gut 30 Jahren aus. Im Vortrag wird versucht werden, in dieses Dunkel etwas Licht zu bringen.

Stand 20.02.2008



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Materiel folgt umgehend.



Donnerstag 31.07. 2008

Raum 2 – 9:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr


→ Der politische Streik in Deutschland


Cyrus Brocatti


Über die Darlegungen von Cyrus Brocatti, der akademische Arbeiten zu dem Thema schrieb.

Stand 25.02.2008



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Donnerstag 31.07. 2008

Raum 3 – 9:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr


→ Neue Musik im politischen Kontext


Martin Speicher



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Donnerstag 31.07. 2008

Raum 2 – ab 20:00 Uhr


→ „...das Kapital verfilmen: Skizzen zur Perspektive von Sergej Eisensteins Projekt“


Matze Schmidt


ein kleines Vorträgelchen mit Anschauungsmaterial (15-20 min.) zur Diskussion (insges. ca. 45-60 min.)

Sergej Eisenstein macht sich Ende der 1920er Jahre Notizen zur Verfilmung des „Kapital“. Seine Vorstellung ist aber nicht, Marx' Bücher quasi 1:1 zu verfilmen, sondern die dialektische Methode. Diese Idee aber wäre mit Eisensteins Konzept von Film und Kino wiederum nicht -- wie manche Kollegen und Anhänger seiner Filmmontage das tun -- auf den bloßen Erkenntnisgewinn zu begrenzen. Vielmehr geht es um die soziale Technik des Mediums Film als Möglichkeit zur Aneignung von Wissen für ein Gesellschaft veränderndes Handeln.
Die Erkenntnismethode nach Marx und Hegel, die Geschichte der russischen Revolution (und des frühen 20. Jahrhunderts), die 'Umsetzung' beider ins Medium und der Rückbezug vom Film zur Wirklichkeit müssten aufeinander bezogen andiskutiert werden.
Im Kurzvortrag wird versucht, diese Bereiche mit dem Schwerpunkt auf Eisensteins Konzepten und Bildern grob zu umreißen. Die möglichen Ausblicke, die daraus für Praxis und Theorie folgen könnten, wären eine Grundlage zum Weitermachen.


Stand 9.5.2008



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